Grundregeln des Übens

Feb 24, 2020 / by Sebastian Brandt / In / Hinterlasse einen Kommentar

  • unterscheide klar zwischen (für die Seele wichtigem) Klimpern und Üben
  • setze dir beim Üben ganz klare Ziele (z.B.: 4x hintereinander diese … Takte)
  • belohne dich nach dem Erfolg mit kurzen Pausen
  • beende das Üben nie mit halbfertigen Phrasen
  • achten immer von Anfang an auf alle Details (Melodik, Harmonik, Rhythmik, Ausdruck, Fingersatz, Motorik usw.)
  • was du nicht (sauber) singen kannst, kannst du auch nicht sicher spielen (dem Hören vor dem Spielen sollte große Aufmerksamkeit gewidmet werden)
  • Korrekturen sind wesentlich aufwendiger, als das Neuerlernen
  • übe immer beidhändig (Klavier) Schritt für Schritt: 1. Viertel, 1.+2. Viertel usw. (einhändiges Üben ist fast immer luschig und sollte daher nur als – akkurat gespielt – zusätzliche Variante eingeplant werden
  • übe einzelne Takte immer in einer Wiederholungsschleife oder bis zur 1. Zählzeit des Folgetaktes
  • zähle das Metrum laut und deutlich, kurz und gleichmäßig (zackig) z.B.:
    (bei vorhandenen 8tel-Noten)

    ||: 1 ne + te 2 je + te 3 je + te 4 re + te :||
    ||: Eins ne und te Zwei je und te Drei je und te Vier re und te :||

    (bei vorhandenen 16tel-Noten)

    ||: 1 ne + te 2 je + te 3 je + te 4 re + te :||
    ||: nEis ne und te Zwei je und te Drei je und te Vier re und te :||
  • zähle rhythmische Figuren durch unterschiedliche Dynamik (ohne zu spielen) (fett = wesentlich lauter) z.B.:
    • Achtelnote und zwei Sechzentel = 1 ne un te
    • zwei Sechzentel und Achtelnote = 1 ne un te
    • Achtel-Synkope = 1 ne un te
  • übe zu Hause als wärest du in einem Konzert, dann kannst du in einem Konzert spielen wie beim häuslichen Üben
  • übe nur für dich – niemals um anderen etwas zu beweisen
  • nicht die Dauer des Übens ist entscheidend, sondern die Qualität (Effizienz): ineffizientes Üben erhöht die Frustration
  • gib dich nicht mit dem zufrieden, was gefordert ist, sondern erweitere stetig deinen Horizont z.B.
    • Hände vertauschen
    • rückwärts oder gespiegelt spielen
    • unisono
    • in verschiedenen Tempi
    • punktiert
    • spiele mit der linken Hand und schreibe etwas mit der rechten Hand – auch umgekehrt usw.
  • übe wie du isst: in kleineren Dosierungen mit kürzeren Abständen, statt größeren Mengen und größeren Abständen (3x täglich 5 Minuten = 75min/Woche sind besser als 1x wöchentlich 2 Stunden – rechne Klimpern nicht! mit)
  • Klimpere nur 100% fertig erarbeitete Stücke, andernfalls bedarf es nicht des doppelten, sondern 3fachen Aufwandes zum Erfolg (für ein Spiel, welches mit 4 Punkten Unterschied gewonnen werden soll, müssen nach 4punktigem Rückstand 8 zusätzliche Punkte erzielt werden insgesamt also 12 Punkte, da man ja auch die 4 »Eigentore« selbst erzielt hat)
  • es gibt keine falschen Töne (ein C13-Akkord z.B. enthält alle! Töne der Tonleiter): viele wunderbare Melodien sind aufgrund von Zufällen und Versehen entstanden (= Kreativität?!?) – Musik und Beton haben eines gemeinsam: Es kommt drauf an, was man draus macht!
  • die einzigen Fehler sind wechselnde Fingersätze (Klavier) ungleichmäßiges Timing oder Änderungen des Taktmaßes (stell dir den Takt wie ein Gummiband vor: Dehnen ja, Zerreißen? Niemals!)
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